200 Luxushotels nach Interieur einordnen – auch eine Herausforderung

Es war jedoch mit den Luxushotels schon um Einiges einfacher als vor 25 Jahren, im höchsten naturverbundenen, individuellen Interieurniveau arbeitenden Drei- und Viersterne-Inneneinrichter im deutschsprachigen Raum einzuordnen, die ich in etwa drei Jahren besucht habe.

Angefangen bei dem schwedischen trendsetzenden Viersterne-Einrichtungsstudio Tenn in Stockholm, von dem wohl die meisten großen schwedischen Holztrends, die schließlich ganz Europa eroberten, ausgingen, wie das Birke-Esszimmer und die dann folgenden Trend setzenden Teakholz- und Weißlack-Esszimmer. Von IKEA kam dann zuletzt der Kiefertrend.

Das Palisander-Esszimmer dagegen nahm seinen Anfang in Dänemark.

Den gesamten deutschsprachigen Raum habe ich bereist, bis hinunter zum Viersterne-Inneneinrichter Edgar Wehrli in Gstaad in der Schweiz, der jetzt leider ohne Nachfolger in den Ruhestand geht und sein Einrichtungsstudio schließt.

Von der im höchsten naturverbundenen, individuellen Interieurniveau arbeitenden Viersterne-Inneneinrichterin Anna-Maria Jagdfeld und ihrem Einrichtungsstudio im Quartier 206 in der Friedrichstraße in Berlin, bis zum Viersterne-Inneneinrichter Maison et Jardin in der Rue Faubourg Saint Honore in Paris.

Es war schon eine enorme Aufgabe solch einen Guide zu erstellen und eine große Verantwortung, all diese nach bestem Wissen und Gewissen richtig einzuordnen, was den damaligen Pressechef der Internationalen Möbelmesse in Köln veranlasste, mich als Wohnpapst zu bezeichnen, als ich ihm den ersten Viersterne-Inneneinrichter-Guide vorlegte. Lange ist es her und außerdem habe ich dies etwas anders gesehen, denn im Grunde genommen ordnen die Inneneinrichter sich selber ein, durch ihre hohe, naturverbundene und individuelle Beratungs- und Einrichtungsleistung.

Genauso ist es auch bei den Fünfsterne – und Fünfsterne Superior-Hotels, die nur dann diese hohe Bewertung erhalten, wenn sie eine Spitzenleistung in der Hotelerie erbringen. Grundsätzlich kann man sagen, dass diese Hotels sehr individuell sind und daher vielfach gegenseitig keine Konkurrenz darstellen. Bestes Beispiel sind die drei Fünfsterne-Hotels an der Kö in Düsseldorf, Parkhotel * * * * *, Breidenbacher Hof * * * * *S und das Interncontinental Hotel * * * * *, die sich sogar zu einer Werbegemeinschaft der Kö-Hotelallianz zusammengeschlossen haben.

Die Interieur-Festlegung vom streng modernen, an Bauhaus angelehnten Interieur bis zu der traditionellen Inneneinrichtung, die ja vielfach an die großen Stilepochen der vergangenen Jahrhunderte angelehnt ist, ist schon um Einiges einfacher. Bewundernswert ist die hohe Interieurqualität, die wohl auch bei vielen Häusern auf die lange Tradition zurückzuführen ist und gleichzeitig der Tatsache, dass Europa seit über eintausend Jahren das Innovationszentrum für Wohnen in der Welt ist. Nicht nur beim Interieur auch in der Mode, beim Essen, bei Autos und bei der nachhaltigen Forstwirtschaft, die inzwischen die ganze Welt erobert.

Eingerichtet sind die Luxushotels überwiegend traditionell, von sehr elegant bis zu den großen französischen Stilepochen von Barock, Rokoko, Louis Quartorze, Louis Philippe bis zum Empire. Oft dominiert der Innenausbau mit aufwändigen Wand- und Deckenvertäfelungen, zum Teil gefasst. Eine Holzvertäfelung ist natürlich eine schöne Ausstattung, erschwert jedoch andererseits das Einrichten, da sie sich sehr in den Vordergrund spielt und eine dunkle Holzvertäfelung der Decke auf ein Hotelzimmer oder eine Suite drückt. Eine Herausforderung, mit der der Eigentümer des Hotels manchmal überfordert ist und dann der Unterstützung eines professionellen Inneneinrichters bedarf.

Die Hotels wurden wie bei dem Inneneinrichter-Guide in streng-modernes bis modernes-wohnliches Interieur eingeteilt. Dazu kommt das elegante Wohnen, das sehr textilbetont und mit Vollpolstermöbeln ausgestattet ist, die vielfach mit einem Volant gearbeitet werden. Helles Wohnen ist bei so schwerem Innenausbau angesagt oder man gestaltet den Innenausbau selber heller – wenn er nicht orginal ist und unter Denkmalschutz steht.

Problematisch sind auch heute noch solche klassischen Plastikschlafzimmer, die aus einem Spanplatten-Doppelbett bestehen, einem Plastikspanplatten-Kleiderschrank, den entsprechenden Nachtkonsolen, einer sogenannten Frisierkommode, Bettumrandung und einem Stuhl, über den der Gast seine Kleidung legen kann. Der Fußboden aus Laminat, eine Plastiktapete und die Dekoration aus Kunstfaser. Man fragt sich, wie ein solches Hotel eine Fünfsterne-Auszeichnung erhalten kann. Schaut man aus dem Fenster, dann versteht man es: ein fantastischer Blick auf den mächtigen Strom, auf den See oder das Meer, auf den Hausberg oder auf die eleganteste Einkaufsstraße der Stadt. Es kommt auf drei Dinge bei einem Hotel besonders an: auf die Lage, auf die Lage und noch mal auf die Lage.

Interessant ist, dass es kaum streng moderne, an Bauhaus angelehnte Hotels gibt. Herauszuheben ist hier das naturverbundene japanische Hotel Nikko in Düsseldorf, wo die Einrichter sehr gekonnt die hohe eintausend Jahre alte japanische, moderne Wohnkultur in einem Hotel in der Japancity-Düsseldorf verwirklicht haben.

Erfreulich ist auch, dass es unter den Hotels nur eine geringe Konkurrenz gibt. Jedes Haus ist vom Standort, vom Gebäude, vom Interieur und vom Service anders, so dass kein Luxushotel dem anderen gleicht. Schön für die Gäste, aus einer solchen Vielfalt wählen zu können. Es war eine schöne Aufgabe für mich, diesen Überblick über die Fünfsterne- und Fünfsterne-Superior-Interieurhotels zu erarbeiten. Josef Nuxoll

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